„Mama, mir ist langweilig!” – obwohl das Kinderzimmer voller Spielsachen ist. Kommt dir das bekannt vor? In vielen Familien besteht das Problem nicht darin, dass es zu wenig Spielzeug zu Hause gibt, sondern im Gegenteil: Im Laufe der Jahre hat sich so viel angesammelt, dass das Kind gar nicht mehr weiß, womit es anfangen soll. Auf den Regalen reihen sich Gesellschaftsspiele, Bauklötze, Figuren, Puzzles und Kreativsets aneinander, und trotzdem stellt sich nach ein paar Minuten Langeweile ein.
Dabei muss nicht unbedingt gleich ein neues Spiel gekauft werden. Oft reicht es schon, wenn ihr einen alten Favoriten mit neuen Regeln, einer neuen Geschichte oder einer ganz anderen Spielidee wieder hervorholt.
Wir zeigen, wie ihr vorhandene Spiele wieder spannend machen könnt – und wann es sich trotzdem lohnt, eine neue Herausforderung ins Kinderzimmer zu holen.
Dass ein Kind ein Spielzeug satthat, bedeutet nicht unbedingt, dass es es nicht mehr braucht. Der Neuheitswert eines Spielzeugs nimmt mit der Zeit ab, während sich das Kind weiterentwickelt: Es entdeckt neue Fähigkeiten, Interessen und Spielideen.
Ein Spielzeug, das bisher nur auf eine bestimmte Weise genutzt wurde, lohnt sich deshalb von Zeit zu Zeit in einer anderen Rolle hervorzuholen.
Aus einem Bauklotz lässt sich zum Beispiel nicht nur ein Turm bauen. Es kann daraus eine Garage, ein Zoo, eine Burg, eine Brücke oder sogar eine ganze Stadt entstehen. Und die Regeln eines Gesellschaftsspiels müssen auch nicht immer exakt so angewendet werden wie in der Anleitung.
Ziel ist nicht, jedes Mal ein neues Spielzeug ins Kinderzimmer zu bringen, sondern dem Kind erlebbar zu machen, dass ein und dasselbe Spielzeug viele verschiedene Geschichten und Herausforderungen bereithalten kann.
Einer der größten Vorteile von Bauspielen ist, dass es keinen einzigen „richtigen“ Verwendungszweck gibt. Deshalb lassen sich mit ihnen besonders leicht neue Spielideen entwickeln.
Wenn das Kind vom klassischen Bauen genug hat, probiert doch einmal ein „Missions-Spiel“ aus.
Zum Beispiel:
Schon die Aufgabe an sich kann einem altbekannten Bauspiel ein neues Ziel geben.
Wenn ihr den vorhandenen Vorrat an Bauklötzen ergänzen möchtet, lohnt sich auch ein Blick in die Kategorie der Kunststoff-Bauspiele . Dort sind derzeit zum Beispiel LEGO® Classic und Mega Bloks Sets erhältlich.
Konkrete Produktempfehlung: Das Set LEGO® Classic Kreativ-Bauset mittelgroß 10696 ist eine gute Grundlage für freies Bauen, denn es beschränkt sich nicht auf ein einziges, vorgegebenes Modell.

Ein Gesellschaftsspiel wird meist nach Regelheft gespielt. Wenn das Kind das Spiel aber schon auswendig kennt, kann es spannend sein, sich eine eigene Variante auszudenken.
Zum Beispiel:
Bei einem Memo-Spiel:
Wenn alle Paare gefunden sind, müssen die Spieler aus den aufgedeckten Bildern gemeinsam eine Geschichte erfinden.
Bei Würfelspielen:
Ihr könnt den Zahlen besondere Aufgaben zuordnen. Zum Beispiel: Bei einer 3 dreimal hüpfen, bei einer 6 ein Tier nennen.
Bei Kartenspielen:
Die Kinder können sich zu bestimmten Karten eigene Sonderregeln ausdenken.
Bei einem einfachen Brettspiel:
Die Spieler können eigene Spielpläne oder Hindernisse dazu entwerfen.
Das sorgt nicht nur für Abwechslung, sondern zeigt dem Kind auch, dass ein Spiel nicht immer einem starr vorgegebenen Drehbuch folgen muss.
In unserer Kategorie Gesellschafts- und Kartenspiele könnt ihr aus vielen Familien- und Kinderspielen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden wählen.
Wenn ihr ein schnelles, leicht hervorholbares Spiel sucht, ist Katze, Pizza, Taco, Ziege, Käse ein gutes Beispiel: Es kann mit 2–8 Spielern gespielt werden und trainiert Reaktionsvermögen, Aufmerksamkeit und Konzentration.
Auch ein Puzzle muss nicht immer auf die gleiche Weise gelegt werden.
Wenn das Kind sein Lieblingspuzzle schon oft gelegt hat, probiert zum Beispiel Folgendes aus:
Auf Zeit puzzeln
Wie lange dauert es diesmal? Geht es morgen vielleicht schon schneller?
Zu zweit gegen ein Puzzle
Eine Person sucht die Randteile, die andere die Innenteile.
„Aus dem Gedächtnis“
Schaut euch das Bild ein paar Minuten an und versucht dann, es zu legen, ohne ständig wieder nachzusehen.
Tausch
Geschwister oder Elternteil und Kind tauschen ihre Aufgaben.
Eigene Puzzle-Challenge
Wer findet zuerst alle blauen oder roten Teile?
Für unterschiedliche Altersgruppen und Interessen gibt es in der Kategorie Puzzle und Legespiele eine große Auswahl – von einfachen Kinderpuzzles bis hin zu Varianten mit vielen Teilen.
Figuren gehören oft zu den Spielzeugen, von denen es zu Hause unzählige gibt, die aber nach einiger Zeit doch nur im Regal stehen.
Dabei ist eine einzelne Figur für sich genommen nur eine Rolle. Richtig interessant wird das Spiel, wenn sie eine Geschichte bekommt.
Baut zum Beispiel:
Danach beginnt die Geschichte:
Was ist passiert? Wer macht was? Wer kommt an? Was ist kaputtgegangen? Wer muss gerettet werden? Wie lösen sie das Problem?
Die Eltern müssen das Spiel nicht komplett anleiten. Oft genügt eine einzige Frage:
„Was passiert jetzt gerade?“
Und schon setzt das Kind die Geschichte von selbst fort.
Das ist eine der einfachsten Methoden.
Zum Beispiel:
Bauklötze + Autos = Stadtbau und Verkehrsspiel
Bauklötze + Tierfiguren = eigener Zoo
LEGO + Papier = eigene Strecke oder eigenes Brettspiel
Puppen + Bauklötze = Puppenhaus
Plüschtiere + Decke = Tierklinik
Puzzle + Figuren = erzählendes Spiel
Knete + Figuren = eigene Welt gestalten
Das Kombinieren funktioniert auch deshalb so gut, weil das Kind sich kein komplett neues Spiel „aus dem Nichts“ überlegen muss. Aus bereits bekannten Spielsachen entsteht etwas Neues.
Dafür braucht ihr nicht einmal besonderes Material.
Ein Blatt Papier, ein paar Stifte, ein Würfel und einige Spielfiguren reichen völlig.
Zeichnet einen einfachen Weg und denkt euch dazu besondere Felder aus:
Die Regeln kann sich auch das Kind selbst ausdenken.
Das allein kann schon ein völlig neues Spielerlebnis sein – und ganz nebenbei werden Regelwerk, Planung und Problemlösung spielerisch geübt.
Wenn die Familie gern spielt, lohnt sich ein Blick auf das komplette Sortiment an Gesellschafts- und Kartenspielen, um ein Spiel zu finden, das ihr später mit eigenen Hausregeln weiterentwickeln könnt.
Bei Kreativsets ist es oft so, dass das Kind einmal das Musterprojekt aus der Anleitung bastelt – und dann verschwindet das Set in der Ecke.
Dabei ist gerade das einer der schönsten Aspekte von Kreativspielen: Es muss nicht immer genau das entstehen, was auf der Verpackung abgebildet ist.
Aus dem Kneten kann zum Beispiel werden:
Aus dem Zeichnen kann ein eigenes Brettspiel, ein Comic oder ein Bilderbuch entstehen.
Das Kind muss nicht immer ein „schönes“ oder perfektes Werk schaffen. Oft ist eine ganz andere Frage viel spannender:
„Was könnten wir aus diesem Spielzeug noch ganz anderes machen?“
Wenn du dafür eine Grundlage suchst, lohnt sich ein Blick auf die kreativen und lernfördernden Spiele.
Manchmal ist nicht das Spiel an sich langweilig, sondern dass es immer im gleichen Umfeld gespielt wird.
Das Bauspiel, das sonst auf dem Teppich im Wohnzimmer stattfindet, zieht einmal auf den Tisch um. Mit dem Brettspiel setzt ihr euch auf eine Decke. Die Figuren zieht ihr in eine Höhle aus Decken und Kissen um. Und aus den Plüschtieren wird eine „nächtliche Tierklinik“.
Schon ein einfacher Ortswechsel kann eine neue Geschichte anstoßen.
Das funktioniert besonders gut am Wochenende, wenn der Tag nicht von vorne bis hinten durchgeplant sein muss.
Es klingt seltsam, aber manchmal bedeutet weniger Spielzeug tatsächlich mehr Spiel.
Wenn alles gleichzeitig herumliegt, kann sich das Kind leicht in den vielen Wahlmöglichkeiten verlieren. Es kann sinnvoll sein, einen Teil der Spielsachen für eine Zeit wegzuräumen und sie erst nach ein paar Wochen wieder hervorzuholen.
Das heißt nicht, dass ihr euch von den Spielsachen trennen müsst. Vielmehr lohnt sich eine Art Spielzeugrotation.
Zum Beispiel können in einer Woche vor allem bereitstehen:
In der nächsten Woche tauscht ihr sie aus.
So kann ein lange nicht gesehenes Spielzeug plötzlich wieder spannend und neu wirken.
Ein neues Spiel zu kaufen, ist natürlich nichts Schlechtes. Wichtiger ist vielmehr, dass nicht jede Langeweile automatisch mit „Dann kaufen wir eben etwas Neues“ beantwortet wird.
Ein neues Spielzeug ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn:
Auch dann muss es nicht unbedingt das größte oder teuerste Spiel sein. Ein neues Kartenspiel, ein Puzzle, ein Kreativset oder ein Bauspiel kann vollkommen ausreichen, um neue Ideen anzustoßen.
Auf unserer Website findet ihr zum Beispiel eigene Kategorien für Bauspielzeug, Puzzles und Gesellschafts- und Kartenspiele, sodass ihr die Auswahl leichter an Alter und aktuelle Interessen anpassen könnt.

Wenn ihr nur eine einzige Sache ausprobiert, dann diese.
Nehmt ein Spiel, mit dem das Kind schon oft gespielt hat, und sagt diesmal nicht, wie es benutzt werden soll.
Fragt es einfach:
„Was, glaubst du, könnte man damit noch machen?“
Vielleicht baut es zuerst nur einen neuen Turm.
Vielleicht denkt es sich eine ganze Geschichte aus.
Vielleicht erfindet es ein komplett neues Regelwerk zu einem Brettspiel.
Vielleicht entsteht aus den Figuren eine ganz neue Welt.
Und genau darum geht es: Ein Spiel wird dann wirklich interessant, wenn nicht nur das Spiel „vorschreibt“, was zu tun ist, sondern das Kind das Spiel selbst mitgestalten kann.
Das Kinderzimmer kann voller Spielsachen sein – und trotzdem sagt das Kind: „Mir ist langweilig.“
Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass es noch mehr Spielzeug braucht. Oft reicht eine kleine Idee, eine neue Regel, eine spannende Mission oder ein gemeinsamer Spieleinstieg, damit ein alter Favorit wieder interessant wird.
Aus Bauklötzen kann eine neue Welt entstehen, ein Brettspiel kann neue Regeln bekommen, Figuren können zu Darstellern einer neuen Geschichte werden und ein Puzzle zu einer neuen Herausforderung.
Ein gutes Spiel zeichnet sich nämlich nicht dadurch aus, dass man nur auf eine einzige Art damit spielen kann, sondern dadurch, dass es immer wieder neue Ideen hervorbringt.
Und wenn dann doch die Zeit für ein neues Spiel gekommen ist, lohnt es sich, nicht nur zu fragen, „Was würde ihm/ihr gefallen?“, sondern auch: „Welches neue Spielerlebnis könnte es im Vergleich zu dem bieten, womit es schon spielt?“

Regnerische Herbstnachmittage ohne Bildschirm: 15 Spielideen für Kinder »
Die ersten Wochen in der Schule – wie können wir helfen, wenn das Kind müde ist? »
Spiele, die in den letzten Wochen vor dem Schulstart helfen »